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Dienstag, 3. Februar 2009

Was haben 50, IKEA-Schränke, Wholecloth und Kündigungen gemeinsam?

Hallo Blogwelt, hi blogworld,

um ehrlich zu sein, es bewegen sich bei mir so einige Sachen.
Für's neue Jahr hab ich mir vorgenommen, einige Altlasten aus meinen Schränken zu bekommen, und falls das (noch) nicht möglich ist, sie zumindest dem Ende entgegen zu führen.
What do have 50, IKEA-shell, Wholecloth Quilt and a notices in common?
To be honest, stuff of my lif is moving.
For the new year I am planning to get some old stuff out of my shells, at least, if that's not possible, as it's too much to do before, to near it to its end.

Jüngst hab ich immer wieder einen Spruch von mir gegeben, der leider viel zu wahr ist:
"wenn ich alle Dinge, die ich in meinem Stash (der lagert in IKEA Schränken) bzw. Projektboxen" habe, zu ENDE gemacht habe, dann werde ich 50 (Jahre alt) sein."
Recently I used to say - which is unfortunatly too true: "if all my projects that are waiting in my stash (which is in shells from IKEA) or in its project boxes is really DONE, I'll be 50 (years old)"


Damit wir von der gleichen Sache reden, hier kommt ein Auszug aus meinem (neuen *freu*) Arbeitszimmer:
For us talking of the same thing, here's a part of my (new) working room:
besagte Boxen (etwa 2/3 davon, der Rest is aktuell in Bearbeitung bzw. steht auf dem Boden herum, weil es nicht mehr daneben passt)
the project boxes we were talking about (about 2/3 of it, all others are in use ore on the bottom, as they don't fit near to the others)
Der Aufbewahrungsort für meinen Stash an Stoffen, bzw. ein Hort für einige weitere (komplette) Projekte... Vlies ist natürlich separat aufbewahrt...
This is the place where I keep my fabrics and some more (complete) kits - batting is extra stored...

Schockierend? Absolut NICHT!
Quiet shocking? Definitively NOT!

Warum?
Why?

Ganz einfach, weil ich nach wie vor keine Dinge finde, die ich nicht immer noch gerne machen würde. Sicher nicht mehr alle für mich selbst, aber das ist ein anderes Thema! ;-)
Very simple, because all things I see, looking arround, are still things, I really WANT to do. Not all for my own use, of course.

Was bitte hat dann noch der Wholecloth damit zu tun?
What the hell has all this to do with the wholecloth quilt?
[Mein derzeitiger Standort (Männe darf bitte schnell runterscrollen *gggg*)
This is the latest working place]


Noch einfacher! *LOL* Ich habe oben im Blog eine Tickerzeile eingerichtet, in der ich mich selbst in den Tälern motivieren möchte. Und es gehört zu meinem neuen Zeitmanagement dazu.
Much more simple! *LOL* I added a ticker above the postings, which is for myself to motivate me in dark valleys... ;-) And it's part of my new time management.


Übrigens hab ich nachgemessen. Die Grobeinschätzung von wegen 1/25-tel war perfekt - inzwischen ist es ein bisschen mehr, aber ich lasse die Inches erst gelten, wenn auf bzw. über die ganze Breite (90 Inch - nur zur Erinnerung) ALLES gequiltet ist.
By the way I messured the quilt up. My last impression, that 1/25 of the quilt is quilted by hand was perfect. But I only allow the messurement to count, as it's done ALL over the 90 Inches from the left to the right side.

Und nun der traurige Teil (Stichwort Kündigungen):
Now the sad part (the notices (?)):

Weil ich leider einsehen musste, dass meine Zeit (bis 50? *LOL*) nicht unbegrenzt ist, habe ich mich aus einigen Internetgruppen abgemeldet, um mehr Zeit für's Nähen und Quilten zu bekommen, da ich an der Zeit für die Kids nicht sparen will.
Ich werde sogar *schnüff* - nach 6 Jahren *ganzdollschnüff* - meine Tätigkeit als Beraterin für eine Firma im Direktvertrieb, die Scrapbooking-Artikel vertreibt, auslaufen lassen. (Männe liest DU das auch!!! Das ist KEIN Scherz.)
Hab's gestern meiner direkten Chefin mitgeteilt. Zum Glück hat sie's verstanden!

I really had to realize, that my time (until 50? *LOL*) is limited, so I unsubscribed several online groups to find more time for sewing and quilting, as I don't want to gain parts of the time, that is reserved for my little ones. And *unhappy me* after 6 years *reallybigsigh*- I will quit my job as representative for a company that is dealing with scrapbook supply. Yesterday I told it my direct chief - I was really happy, that she understood the why.


Grüßlies von einer aufräumenden
hugs from a cleaning up
Nad!ne.

PS: und natürlich bleibt mir dank anderer Zeitreserven wieder ein bisschen mehr Zeit zum bloggen. D. h. - auf speziellen Wunsch einer einzelnen Dame *winkewinkeDoris* werde ich nun endlich den im letzten Herbst versprochenen Handapplizier-Kurs (Needle Turn) posten! Dazu muss ich mich nur erst noch kurz in die Tiefen von Video-clips (You Tube) einarbeiten... ;-)

Dienstag, 20. Mai 2008

Kleine Einführung zum Handnähen

Hallo Blogwelt,

nachdem ich in letzter Zeit immer öfter gefragt wurde, WIE ich genau von Hand nähe, kommt hier nun eine kleine bebilderte Anleitung nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. :-)
Falls ich irgendwas unklar beschrieben habe oder vergessen habe, sind Rückmeldungen gerne erwünscht. Urheberrechte dürften auch nicht verletzt sein.
Früher hätte ich mir nie vorstellen können, dass mir das mal Spaß macht - aber da unsere beiden Kinder (1 und 2) es wenig lustig finden, wenn Mama bei bestem Wetter an der Nähmaschine sitzt - und die Abende einfach zu kurz sind, musste irgendwas passieren, damit das Nähen nicht gänzlich stockt. Durch die Sterne vom Moon Glow mit ihren zig Y-Nähten bin ich dann darauf gekommen, es einfach mal zu probieren.

Grundsätzlich nähe ich also nach einer Mischung aus der Technik von 2 namhaften Künstlerinnen: Linda Franz und Jinny Beyer. Gute Lektüre hierzu findet sich in den beiden Büchern
- Quilted Diamonds 1 + 2 (Linda Franz) bzw.
- Quiltmaking by Hand (Jinny Beyer).

Der erste Schritt ist das übertragen des Schnittes auf den Stoff. Dabei kann man grundsätzlich jeden Block nachnähen, sobald man die Form/Größe der Einzelteile hat. Ich persönlich arbeite sehr gerne mit Schablonenmaterial, sobald die Teile mehrfach verwendet werden. Dieses ist aus einem biegsamen, weichen Kunststoff (gibt es normal oder hitzebeständig). Darauf markiere ich die Teilumrandung miteinem wasserfesten Stift und ergänze die wichtigsten Angaben (Projektabkürzung, falls vorhanden Teilbezeichnung - hier H für Hintergrundstoff - und möglichst den Fadenlauf - das spart später Ärger ;-) ).
Ansonsten (beim Dear Jane zum Beispiel) lasse ich mir auch gelegentlich die Schablonen auf Papier ausdrucken und diese dann direkt. Spart je nach Block viiiiel Zeit.

Danach markiere ich die Umrandung mit einem geeigneten Stift (dazu ein ander Mal mehr).

Im Beispiel habe ich einen Block gewählt, bei dem ich zunächst keine Nahtzugabe hatte. Falls diese doch da ist, kann man den 2. Schritt weglassen, dafür aber ggf. die Nählinie eintragen (s.u.).
Nun umrande ich den bereits markierten Rand mit einem weiteren, der die Schneidelinie sein wird, also im Abstand von 1/4 Inch vom Teilchen und versuche direkt mit dem Rotary Cutter zu schneiden, damit nicht zu viel Abweichung durch die Stiftbreite entsteht.

Wenn ich mit z. B. Dreiecken arbeite, so schneide ich den Rand zurück, was man auf der nächsten Abbildung auch sieht. Diesen schneide ich senkrecht zur Winkelhalbierenden der Dreiecksschenkel im Abstand von etwa 1/4 Inch. Klingt kompliziert, das Bild dürfte es aber erklären.

Falls ich mit kompletten Schablonen (d. h. inkl. Nahtzugabe) arbeite, muss ich natürlich noch eine Orientierung für meine Nählinie haben. Da scheiden sich lt. Jinny Beyer die Geister, ob das erforderlich ist, oder nicht. Meine Erfahrung der letzten Wochen ist, dass ich (nach ca. 3 Monaten heftigen Übens) noch nicht darauf verzichten will, da es mir Sicherheit gibt. Bestimmt werde ich das in 5 Jahren anders sehen. ;-)
Dazu orientiere ich mich dann von der Schneidekante um einen knappen (!!!!) 1/4 Inch nach innen und markiere die Teile.

Sobald alle Teile ausgeschnitten und markiert sind, lege ich sie so aus, dass ich den Block erkenne.

ACHTUNG: da oftmals Assymetrien in Blöcken sind, macht es Sinn, den Block mit der Rückseite nach OBEN auszulegen. Hier liegen noch die Teile mit der unmarkierten, also rechte Seite, nach oben (hab vergessen, vom anderen ein Foto zu machen).



Sehr nützlich ist in diesem Zusammenhang auch ein kleines Extra, das ich mal bei Linda Franz im Video auf QNN gesehen hatte. Meines ist leider noch nicht ganz fertig, aber ich wollte nicht mehr ohne sein....
Das gute Stück besteht aus 2 Seiten (hell - hier zu sehen - und dunkel), und ist wie ein Miniquilt umrandet. Meine Eine Seite ist noch offen, weil es später wie eine Buchseite in eine Umhüllung eingesetzt werden soll, damit ich es besser schützen/transportieren kann... Die eigentlich geniale Idee daran ist es, dass unter dem inneren Stoff (hier creme) Baumwollvlies (aus Resten, 4 Teile) ist. Das habe ich dann auf der Kante zum weißen Stoff abgesteppt, um Herrin der Lage zu bleiben. Danach noch ein Binding herum - fertig.
Dadrauf kann ich darauf nicht nur meine Teile ablegen, um die Orientierung zu behalten, sondern sie auch mit den kleinen Appli-Stecknadeln von Clover senkrecht hinein gesteckt auf der Terasse vor Windstößen schützen. Sogar wenn meine Zwerge je dochmal einen Zipfel davon auf dem Tisch erwischen, ist nicht gleich der ganze Block in alle Winde zerstreut.



Im nächsten Schritt geht es dann nun endlich richtig mit Nähen los! Ich nähe am liebsten mit Baumwollgarn 50/3 und 11-er Between-Nadeln.
Am Ende meines Fadens ist der bekannte "Quilter's Knot", d. h. mit Daumen und Zeigefinger den Faden an der Nadel festhalten, ca. 4 Mal drumherumwickeln und den Faden festhalten, dabei die Nadel durch die Verwickelungen bis zum Ende ziehen. Fertig. (bebilderte Anleitung oder Minivideo vielleicht ein anderes Mal *lach*).

Das Stecken:
Ich stecke die Teile wie folgt: beginnend vom Ende der Nähstrecke (hier links im Bild). Mit der Stecknadel durch die Eckmarkierung des oberen (cremfarbenen) Stoffes hindurch. Anschließend suche ich nach der Eckmarkierung des unteren, also hellblauen Stoffes hindurch.
Da ich lange mit der Maschine genäht habe, bin ich dieses Stecken gewohnt und komme damit auch gut beim Handnähen klar. Manchmal pieckst es dann in der linken Hand beim Nähen, aber das ist okay.
Jinny Becker steckt von unten nach oben (also der bunte Glaskopf wäre dann nicht in der Luft, sondern irgendwo unterhalb vor dem Stoff und somit in der linken Handinnenseite beim Nähen).

Mir ist wichtig, dass der erste Einstichpunkt auch gleichzeitig der Eckpunkt ist, weil ich später genau dort enden werde.


Im Nähbeispiel genügt 1 Stecknadel, sobald die zu nähenden Strecken länger werden, stecke ich mehr. Hier ist die 2. Nadel gleichzeitig die Nähnadel. Mit dieser gehe ich genauso durch die beiden vorderen Eckpunkte und steche gleichzeitig (also bevor ich den Faden durchziehe) ca. 2 mm weiter auf der Nahtlinie wieder nach vorne zurück ("running stich"). Wenn alles stimmt (ich kontrolliere nochmal, ob ich hinten auch auf der Nählinie bin), dann ziehe ich den Faden durch und beginne auf der Hälfte zwischen diesen beiden Punkten meinen eigentlichen running stich. Dadurch entsteht vorne 1"back stich" /Rückstich.



Meist nehme ich dann so zwischen 3 und 5 Stiche auf die Nadel, je nach Stoffdicke, wobei ich nach ca. 5-8 Stichen mit einen längeren Stich nach oben komme. Den Faden locker anziehen, so dass das Teil gleichmäßig fällt.
Der längere Stich unten ist dann der erste Schritt zu einem Sicherungsstich (back stich) der die Naht gleichmäßig hält und Verziehen vermeidet. Dann geht es also gleich weiter, den Rückstich und aus diesem heraus die nächsten Stiche vorwärts.
Ich versuche, gegen Ende die verbleibende Strecke so einzuteilen, dass ich von unten genau an der Stecknadel hochkomme. Sollte das einmal nicht gelingen, gibt's dort halt einen weiteren back stich. ;-)

Sobald ich oben bin, kommt der Sicherungsrückstich, den ich aber zunächst nicht ganz anziehe, sondern vorher 2 x mit der Nadel durch die Schlaufe gehe, um dann erst anzuziehen. Dieses mache ich auch vor Schneidepunkten mit anderen Nähten. Ist zwar besch... zum Aufmachen (Fehler passieren auch in diesem slow motion Verfahren *lach*), aber es hält bodengut!



Auf diesem Bild (es ist vom nähen her gesehen auf eine Unterseite fotografiert) sieht man gut auf der Hälfte der beiden Nähte, sowie an den Enden die Sicherung durch den Rückstich.


So sieht mein fertiger Block von der Rückseite her aus. Dabei sieht man bereits, dass die Nahtzugaben der Y-Nähte wesentlich besser und geschmeidiger fallen als sonst.
Dummerweise habe ich die Schablone für den dunkelblauen Stoff seitenverkehrt verwendet, so dass man auf dem nächsten Bild die Markierlinie am Rand sieht - aber beim guten Clover White Pen (Nr. 517), der dampf- und wasserlöslich ist, ist das alles kein Problem *grins* - nur BITTE, BITTE nicht BÜGELN für's Fotoshooting, sonst ist die Markierung beim Teufel *LOL*... (passiert einem genau einmal.... *schmunzel*).
Fertig :-))
Grüßlies,
Nadine.